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Paperblog Meiden: Wie du Geld verschenkst

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Na, hast du auch neulich Post von Paperblog erhalten? Das ist so ein französischer Webkatalog, der nach Deutschland rüber geschwappt ist und dir als Blogger reichlich neue Leser verspricht: Aber das ist eine Lüge; Wieso du Paperblog meiden solltest, erfährst du jetzt.

Paperblog Meiden: Bereits das Angebot stinkt

Gestern bekam ich elektronische Post, eine gewisse Johanna schrieb mich an und wollte mich für das Projekt namens Paperblog begeistern.

Paperblog ist eine neue „partizipative“ Internetseite für Blogger, wie Johanna schrieb. Und sie ermögliche jedem Blogger, auch mir, mehr Leser für die Artikel.

Dazu müsste ich bloß meinen Blog eintragen. Dann würde Paperblog meine Artikel kopieren — selbstverständlich ganz und nicht etwa in gekürzter Fassung. Anschließend sei der Artikel auf Paperblog verfügbar. Der Blogger erhält natürlich einen Backlink, aber wo dieser sich finden lässt ist wirklich lächerlich!

Denn diesen Link findet man nicht etwa unter dem Artikel alá „Dieser Artikel erschien zuerst auf …“, nein da ist nämlich Werbung, Den Backlink findet man erst im Profil der Autoren und dieser Link ist krankhaft winzig. Glatt zum übersehen angeordnet, obwohl er gleich unter der Überschrift platziert ist.

Dein Content erhält wirklich viele Leser, bloß nützten tut dir dies nichts, da dieser Traffic nie oder nur kaum deinen Blog besuchen wird. Davor wird Paperblog mit deinem Content viel Geld verdient haben. Geld, das eigentlich dir zusteht welches du aber niemals sehen wirst — Paperblog bietet keine Gegenleistung, lockt bloß mit leeren Versprechen wie: „… Mehr Leser für deinen Blog.“ was nicht hundertprozentig stimmt. Nämlich wird es bloß dein Content sein, welcher mehr Leser treffen wird; dein Blog wird von alledem nicht viel Miterleben.

Noch heißer sind die AGBs, denen du beim Eintragen deines Blogs zustimmst — alle Content-Schreiber einmal festhalten bitte!

Paperblog meiden: Fragliche AGBs

Und hier sind auch schon die tollen AGBs (Stand: 10.01.2015):

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Der Blogger gibt alle Rechte seines Contents ab (Screenshot: Paperblog.com)

Der Content wird nicht geklaut, denn du ermächtigst Paperblog zum Vervielfältigen …

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Aha! Selbst bei Kündigung darf  der Anbieter deine Inhalte fröhlich weiter nutzen/neu kopieren (Screenshot: Paperblog.com)

Im Falle einer Kündigung bleibt Paperblog also weiter berechtigt deinen Content für seine Geldschneiderei zu nutzen; selbst neuer Content darf — nach Ansicht von Paperblog — übernommen werden. Aber ist das überhaupt mit unseren Gesetzen in Deutschland vereinbar? Vereinbar mit unserem Geisteseigentum? Fraglich und ein Fall für Anwälte, ob das alles legal ist und was passiert, wenn du denen die Lizenz für die Nutzung entziehst.

 

Paperblog Meiden: Fazit

Was ich dir Empfehle: Reagiere erst gar nicht auf eine Mail durch Paperblog: Ignoriere sie, lösche sie — und alles ist gut. Denn bei Paperblog hat nur einer Vorteile; dass bist nicht du!

Die Gründe sind schnell erfasst:

Zum Ersten erhält Paperblog massig Backlinks, da die Teilnehmer (Blogger) einen Backlink als Voraussetzung in ihrem HTML-Gerüst einfügen müssen. Der Newsaggregator rankt deshalb automatisch höher in den SERPs als es dein Blog tun wird!

Zum Zweiten werden dort alle deine Artikel veröffentlicht, in voller Länge, mit deinen Bildern ohne Links — die werden gestrichen! Könnten ja Partnerlinks sein …

Lass die Finger von Paperblog; genügend Traffic findest du in den Weiten der Social Networks — ran an die Arbeit!

7 Kommentare zu “Paperblog Meiden: Wie du Geld verschenkst

  1. Dein Bericht deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung. Allerdings hab ich von diesen „Machenschaften“ und den Mails von „Johanna“ schon vorüber einem Jahr gelesen. Anscheinend hat sich also seitdem nichts geändert.

    • Grüß dich Eddy,

      genau so ist das. Vor etwa ein bis zwei Jahren bekam ich bereits Mails von dieser Johanna — immer mit derselben Nachricht. Wer sich die Seite von denen mal ansieht, muss leider feststellen, dass ziemlich viele Leute auf diese Bande hereinfallen.
      Im Grunde ist die Idee gut, bloß fehlen ein vernünftiger Quellenverweis und die Transparenz. Den Bloggern sollte selbst überlassen sein, wie viele bzw. welche Beiträge sie freigeben. Und auch Links sollten erlaubt sein — zu mindestens um auf die eigenen (Weiterführende-)Inhalte zu verlinken.

      Danke für deinen Kommentar!

      • Ich bin absolut Deiner Meinung, Hendrik: die Grundidee hinter paperblog ist nicht schlecht. Aber die Umsetzung ist für die Tonne… ;-)

        Erlaube mir, Dich in diesem Zusammenhang auf mein eigenes Projekt aufmerksam zu machen, in dem auch „die guten Aspekte“ von paperblog enthalten sind. Ich habe seit April 2014 an einem Konzept gearbeitet, und seit Januar wird nun endlich programmiert. Hier steht, worum es geht: http://www.Trusted-Blogs.com

        • Hey Eddy,

          verzeih mir die späte Antwort. Dein Projekt kenne ich bereits und ja: Ich warte auf dessen Veröffentlichung; wenn du das Versprochene einhältst, dann kann das für die deutsche Blogger-Szene ziemlich interessant werden.

          Gruß Hendrik

          • Spät antworten kann ich auch! :-D

            Da ich das Projekt aus Sicht eines Bloggers konzipiert habe, darfst Du davon ausgehen, dass wir in erster Linie Probleme lösen und Mehrwerte bieten wollen (für Blogger, für Leser und für Unternehmer). Ich habe mir nicht überlegt, wie ich reich und berühmt werden könnte. Vielmehr hat sich der Gedanke, dass mein Projekt nicht nur Mehrwerte bietet, sondern auch ein interessantes Geschäftsmodell ist, erst im Laufe des Brainstormings ergeben.

            Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Plattformen (wie z.B. paperblog), denke ich. :-)

          • Hallo Eddy,

            macht doch nichts. ;)

            Wie ich schon auf deiner Projektseite meinte: Ich erwarte dein Projekt mit Spannung, bin nebenher aber auch mit Skepsis behaftet – schlechte Angewohnheit.

            Ich freue mich, so ein Projekt aus der deutschen Szene heraus, kennen-zu-lernen.

            Und das du dir damit ein Geschäft aufbauen möchtest, ist völlig okay!

            Ich bin gespannt. :)

            Gruß

            Hendrik

  2. Hallo Hendrik,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Bei mir hieß „Johanna“ zwar „Julia“, aber mir kam die ganze Sache alleine vom Gefühl her schon etwas seltsam vor. Das Gefühl hat Dein Text jetzt bestätigt.
    Grüße
    Uwe

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