SaaS-Marketing

Wie du lernst für Nicht-Techies zu schreiben

Hendrik Haustein
Hendrik HausteinAI gestützt mit Blogkurs Copilot
B
SaaS-Marketing

Wie du lernst für Nicht-Techies zu schreiben

Warum Tech-Sprech deine Marketing-Erfolge sabotiert

Wer den ganzen Tag in Code denkt, verliert den Blick für das Unbekannte. Wir nennen es den Fluch des Wissens. Du setzt voraus, dass Begriffe wie „Headless-CMS“ oder „REST-API“ klare Bilder im Kopf deiner Kunden erzeugen. Doch technische Kürzel lösen oft nur eines aus: Fluchtinstinkt. Wenn Leser sich dumm fühlen, bricht das Vertrauen. Niemand investiert in ein Produkt, dessen Kern er nicht begreifen kann.

Häufig lesen sich Marketingtexte wie Inventarlisten. Sie zählen auf, was ein Tool ist, statt zu erklären, was es tut. Ein Marketingleiter kauft keine „skalierbare Microservices-Architektur“. Er kauft die Gewissheit, dass seine Website am Black Friday nicht unter der Last zusammenbricht. Der Fokus auf Implementierungsdetails verschleiert das eigentliche Versprechen. Jedes technische Detail, das keinen direkten Nutzen kommuniziert, wirkt wie eine Hürde im Verkaufsprozess.

Wer sich in den Eingeweiden der Software verliert, vergisst das Ergebnis. Kunden suchen Resultate, keine Zeilen aus Quellcode. Du erklärst die Zahnräder, während dein Gegenüber nur wissen will, ob die Uhr richtig geht. Fachsimpelei sabotiert den Abschluss, weil sie Komplexität suggeriert, wo Einfachheit gewünscht ist. Statt Brücken zu bauen, errichtest du Mauern aus Fachbegriffen. So bleibt dein Produkt eine Nischenlösung für Eingeweihte, während die Konkurrenz mit klaren Botschaften den Markt dominiert.

So schreibst du Texte, die Nicht-Techies wirklich verstehen

Die Lösung liegt in einem radikalen Perspektivwechsel: Deine Software ist nicht der Held, sie ist lediglich das Werkzeug. Damit deine Botschaft ankommt, hilft die „Oma-Methode“. Übersetze komplexe Logik in Bilder aus der greifbaren Welt. Eine API ist kein Endpunkt, sie ist ein digitaler Handshake oder ein Universaldolmetscher. Wer in Analogien denkt, baut Brücken über den Graben der Abstraktion. Das Ziel ist geistige Barrierefreiheit.

Tech-SprechKlartext (Oma-Methode)
API / EndpunktEin digitaler Handschlag oder Universaldolmetscher
Skalierbare ArchitekturEin System, das mit deinem Erfolg einfach mitwächst
Latenz-OptimierungWartezeiten eliminieren, damit alles sofort passiert
Echtzeit-SynchronisationDie Gewissheit, dass alle immer auf dem gleichen Stand sind
Cloud-NativeUnabhängigkeit von lokaler Technik – dein Tool ist immer da

Wende das Result-First-Prinzip konsequent an. Techies neigen dazu, den Prozess zu erklären, weil sie stolz auf die Architektur sind. Dein Kunde sucht jedoch eine Abkürzung. Nenne den Mehrwert im ersten Satz. Sag ihm, dass er ab morgen keine manuellen Listen mehr führen muss. Erst wenn der Nutzen verankert ist, darfst du im dritten Satz erwähnen, wie die Synchronisation im Hintergrund abläuft. Wer das „Was“ vor das „Wie“ stellt, bindet die Aufmerksamkeit.

Zuletzt musst du deine Sätze entstauben. Das Passiv ist der natürliche Feind der Überzeugung. „Die Datenbank wird aktualisiert“ klingt nach einem fernen, bürokratischen Vorgang. „Dein Tool hält alle Daten aktuell“ erzeugt Klarheit. Aktive Verben bringen Energie in den Text. Sie zeigen dem Leser, dass hier etwas für ihn passiert. Streiche Adjektive, wo sie nur schmücken, und wähle stattdessen präzise Tätigkeitswörter. Ein guter Text liest sich nicht wie eine Anleitung, sondern wie ein Versprechen, das bereits beim Lesen eingelöst wird.

Wie du lernst, die Welt mit den Augen deiner Kunden zu sehen

Um diese Brücke zu schlagen, musst du den Fokus verschieben: Weg von der Maschine, hin zum Menschen. Deine Kunden wälzen sich nachts nicht wegen fehlender Latenzoptimierung im Bett. Sie fürchten den Moment, in dem der Webshop am Black Friday kollabiert. Empathie bedeutet in diesem Kontext, den Schmerzpunkt hinter der Technik zu isolieren. Während du noch über die Eleganz deiner Microservices-Architektur nachdenkst, rechnet der Käufer bereits seinen Zeitverlust aus. Verabschiede dich von den Spezifikationen. Finde heraus, was den Nutzer wirklich antreibt. Ist es die Angst vor dem Datenleck? Der Wunsch, zwei Stunden früher Feierabend zu machen? Wer den Schmerz benennt, liefert die Heilung.

Verlasse für diesen Prozess dein Labor. Deine Kollegen aus der Entwicklung nicken deine Entwürfe ab, weil sie im selben Code-Silo feststecken. Das ist eine Bestätigungsfalle. Geh stattdessen zum Vertrieb. Sales-Mitarbeiter stehen täglich an der Front. Sie hören die Einwände, sie sehen das Stirnrunzeln der Interessenten und wissen genau, an welcher Stelle die Aufmerksamkeit abreißt. Lass sie deine Texte gegenlesen. Wo sie stolpern, hast du zu abstrakt gedacht. Sogar deine Familie taugt als Korrektiv: Wenn dein Bruder nicht versteht, welchen Nutzen dein Tool stiftet, ist dein Text wertlos. Streiche jede Passage, die eine zusätzliche Erklärung benötigt.

Jedes Buzzword wirkt dabei wie eine Nebelkerze. Begriffe wie „ganzheitlich“, „agil“ oder „Schnittstellenoptimierung“ klingen zwar professionell, bleiben aber leer. Sie besetzen Raum, ohne Inhalt zu liefern. Entwaffne deine Sprache radikal. Ersetze das Abstraktum durch das Greifbare. Schreib nicht von „Skalierbarkeit“, sondern davon, dass das System mit dem Erfolg des Kunden einfach mitwächst. Ersetze „Echtzeit-Synchronisation“ durch die Sicherheit, dass alle Mitarbeiter immer auf demselben Stand sind. Fachbegriffe markieren dein Revier, aber sie verschließen die Tür. Öffne sie, indem du sprichst wie jemand, der ein Problem löst, statt nur eine Technologie zu verwalten.

Diese Werkzeuge glätten deinen Schreibprozess

Ein sauberer Schreibprozess verlangt nach Werkzeugen, die über die bloße Rechtschreibprüfung hinausgehen. Dein Text benötigt einen Debugger. Analysetools wie Hemingway oder das Wortliga-Tool messen die Komplexität deiner Sätze objektiv. Sie entlarven Bandwurmsätze und unnötiges Passiv, bevor ein Kunde darüber stolpert. Betrachte diese Programme als Messgerät für Lesbarkeit: Leuchtet die Anzeige rot, ist dein Text zu dicht. Kürze ihn radikal.

🚀

Dein Text-Linter: Vor dem Release prüfen Bevor du auf „Veröffentlichen“ klickst, jage deinen Text durch diesen mentalen Filter:


* Nutzen vor Technik: Habe ich das „Was“ vor dem „Wie“?
* Aktiv statt Passiv: Gibt es Passiv-Sätze, die ich in Aktiv wandeln kann? (Die Datenbank aktualisiert sich nicht, das Tool aktualisiert sie).
* Analogie-Check: Sind mehr als drei Fachbegriffe pro Absatz enthalten? (Wenn ja: Analogien einbauen).
* Der 10-Sekunden-Test: Versteht ein Sales-Kollege den Kern des Textes in 10 Sekunden?

Neben der Analyse unterstützt dich die Künstliche Intelligenz beim Perspektivwechsel. Nutze ChatGPT nicht als Autor, sondern als Übersetzer zwischen den Welten. Füttere das Tool mit deinen technischen Rohdaten und gib ihm eine klare Rolle. Fordere es auf: „Erkläre diese Funktion einem Marketingleiter, der keine Zeit für Details hat.“ Durch dieses Persona-Prompting transponierst du Nerd-Sprech in echte Mehrwerte. Du lieferst die Logik, die KI hilft dir, die Sprache deiner Kunden zu finden. So verlässt du deine Experten-Blase und baust die nötige Distanz zu deiner eigenen Arbeit auf.

Vier Bücher, die deine Schreibweise nachhaltig verändern werden

Theorie allein reicht jedoch selten aus, um jahrelang trainierte Schreibmuster abzulegen. Es braucht Vorbilder und Handwerkszeug. Wolf Schneider fungiert hierbei als der Exorzist für verkopfte Texte. In „Deutsch für Profis“ oder „Deutsch für junge Profis“ nimmt er die deutsche Sprache gnadenlos auseinander. Er bekämpft die Vorliebe für aufgeblähte Substantive – eine Krankheit, die besonders in technischen Dokumentationen grassiert. Schneider lehrt dich, dass Verben die Motoren deiner Sätze sind. Wer seine Regeln befolgt, schreibt keine „Prozessoptimierung“ mehr. Er optimiert. Die Klarheit seiner Lehre sorgt dafür, dass deine Botschaft beim Kunden ankommt, statt im Phrasennebel zu ersticken.

Donald Miller rüttelt in „Building a StoryBrand“ an deinem Ego. Er macht Schluss mit der Fehlannahme, deine Software sei der Protagonist der Geschichte. Miller liefert ein klares Framework: Der Kunde ist der Held, der vor einem Problem steht. Deine Technologie ist lediglich der Mentor, der ihm das Werkzeug zur Lösung reicht. Diese Umstellung der Erzählweise verwandelt trockene Datenblätter in packende Missionen. Du verkaufst nicht länger Zeilen aus Code, sondern den Sieg über das Chaos im Arbeitsalltag deiner Zielgruppe.

William Zinsser schließlich bietet mit „On Writing Well“ das Fundament für menschliche Sachtexte. Er plädiert für die radikale Reduktion auf das Wesentliche. Zinsser identifiziert „Clutter“ – den sprachlichen Müll, der Sätze verstopft – und zeigt, wie man ihn rückstandslos entfernt. Für Tech-Autoren ist sein Rat wertvoll:

Ein Satz muss eine einzige, klare Aufgabe erfüllen.

Zinsser lehrt dich, Wärme und Persönlichkeit in komplexe Themen zu bringen, ohne an Professionalität einzubüßen. Seine Philosophie ist simpel:

Sei präzise, sei kurz, sei menschlich.

Fazit: Dein Weg vom Code-Experten zum Kommunikations-Profi

Gute Texte gleichen sauberem Code: Man bemerkt die Mühe dahinter nicht. Sie laufen reibungslos im Kopf deines Lesers ab. Du optimierst Sätze ab jetzt wie Funktionen. Jedes Wort ohne Nutzen fliegt aus dem Entwurf. Wer für Laien schreibt, verliert nicht seine fachliche Tiefe. Er beweist sie. Du tauschst die Sicherheit deiner Fachbegriffe gegen die Klarheit deiner Botschaft. Deine Leser suchen keine Implementierungsdetails.

Sie suchen Lösungen für ihren Alltag. Benutze Analogien statt Abkürzungen. Setze den Wert an den Anfang. Streiche das Passiv. Empathie schlägt technische Perfektion in jedem Satz. Wenn du die Perspektive wechselst, baust du keine Barrieren mehr auf. Du errichtest Brücken zu neuen Kunden. Deine Sprache wird zum Werkzeug für echtes Wachstum. Kommunikation ist kein lästiges Beiwerk. Sie ist das Interface zwischen deinem Wissen und dem Erfolg deiner Nutzer. Werde vom Experten zum Erklärer. Klarheit bleibt das höchste Privileg eines Profis.

Tags:#SaaS-Marketing#Content#Schreiben#Bücher
Artikel teilen:

Gefällt dir dieser Artikel?

Entdecke mehr zum Thema SaaS-Marketing.

Alle Artikel ansehen

Effizienz durch AI-Kuration

Dieser Post nutzte den Blogkurs Author Copilot.

Copilot entdecken
Hendrik Haustein

Hendrik Haustein

Fullstack Software Developer

Hendrik ist Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, studiert Medieninformatik an der TH Lübeck und liebt sauberen Code und packende Stories. Er entwickelt diverse Web- und Mobile-Apps, er fand Marketing schon immer spannend.